Blog - Alte Hunde sind etwas besonderes

 

Wenn es kommt, dann dicke ...

In letzter Zeit war ich sehr "still". Es lag tatsächlich an meinem Hund. Für Feyd habe ich einiges Aufgegeben, damit ich mehr Zeit für ihn und seine Betreuung habe. Ich kann die Zeit zur Weiterbildung nutzen und kann mich dann Schritt für Schritt um seine Pflege kümmern, welche immer schwieriger wird.

Nach seinem Vestibular Syndrom Anfang letzen Jahres ist die Bewegung und das Gleichgewicht eingeschränkt. Dazu besteht ja noch die Kognitive Dysfunktion Störung (hier gibt es als ein Symptom die Demenz) und die Degenerative LumboSacrale Stenose (Cauda Equina). Das Herz ist nicht mehr das Beste und baut über die Jahre weiter ab. Dazu kommt eine Kompression der Lunge und alles was das Herz da noch beeinflusst.

Wir waren mit eine kleinen Entzündung am Schwanz beim Tierarzt. Wo wir dann schon mal da waren, haben wir natürlich das Herzkreisluafsystem noch einmal checken lassen. Es gab nich eine Spritze für die Nerven in den Hintern. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wir eine Woche später als Notfall noch mal in der Praxis sein würden.

Bis heute wissen wir nicht was es war. Mein Hund blutete plötzlich aus dem Maul. Beim ersten mal, machte ich mir noch keine Sorgen. Es war nichts zu sehen und es blutete nichts, als wir schauten. Das änderte sich plötzlich in der Nacht. Der Hund benahm sich komisch, also stand ich - mal wieder - auf und schaute nach dem Rechten und bin bald gestorben vor Schreck und Angst. Das Blut tropfe regelrecht aus dem Maul. Im Nachhinein betrachtet wird einem klar, dass es erst einmal ganz schlimm ausschaut, meist aber gar nicht so viel Blut sondern mehr Speichel oder Wasser - er hatte vorher getrunken - es so viel aussehen lässt.

Es gab einen Berg an Medikamente. Die Leber ist im Alter schon so recht beansprucht. Mit den ganzen Tabletten gleich och einmal mehr. Hier kann man nun gut mit der Ernährung ansetzen. 

 

Wie am besten füttern?

Ich empfehle den Senioren immer eine kombinierte Fütterung aus einer Diät für das Darmbiom und die Leber. Als positiven Nebeneffekt wird dann auch die Niere entlastet. Meine Empfehlung geht zum kochen, weil es am leichtesten verdaulich ist.

Meine persönliche Diät besteht aus maximal 50% tierische Produkte. Diese enthält nur 50% (also 25% der gesamten Ration) aus Fleisch und (bei uns eher selten und nur in sehr geringen Mengen) Innereien. Die anderen 50% setzen sich aus Eiern und Milchprodukten. Dazu kommen 25% kohlenhydrathaltige Lebensmittel. Hier sind besonders Getreide und Getreideprodkukte aber auch Kartoffel und ähnliches zu benennen. Die restlichen 25% ergeben sich dann aus Gemüse und etwas Obst.

Dazu verwende ich Kräuter von Krauteria. Ich verwende die Senioren- und die Stoffwechselkräuter im etwa 4wöchigen Wechsel. Öle beziehungsweise Omega3 Kapseln und eine Nährstoffergänzung zum Kochen gibt es noch ontop. Hin und wieder gibt es extra noch Ingwer und Kurkuma oder das eine oder andere Einzelkraut, wie zum Beispiel Mutterkraut oder das Unsterblichkeitskraut. 

Was verwende ich an Lebensmitteln oder Fertigfutter?

Ich füttere zur Zeit Ritzenberger Dosenfutter. Hier habe ich 3 Sorten, welche meine Hunde ganz gut vertragen. Das ist Geflügel, Rind, und Fisch. Insgesamt enthalten die Dosen 75% tierische Bestandteile. Eine 800g Doste teilen sich bei mir zwei Hund mit insgesamt über 50kg Gewicht und das auf 2 Rationen am Tag. Dazu gibt es eine Ration mit Kefir, Joghurt oder Frischkäse, welche ich alle selbst herstelle und damit viele gute Bakterien für den Darm dabei habe. Diese Ration bekommt Getreide, Gemüse und Obst. Eine Miniration gibt es noch mit dem Essen vom Tisch - also das wir essen.

An manchen Tagen gibt es auch komplett selbstgekocht. Dann gibt es meist Geflügel oder Schweinefleisch mit Gemüse und da dann auch kohlenhydrathaltige. Entweder gare ich es Sous vide oder im Varoma mit dem Thermoix, denn es ist die schonendste Garvorgang.

Dieses Vorgehen hat sich bewährt, denn die Blutwerte von Leber und Niere sind in Anbetracht des Alters immer noch sehr gut. Wir haben keinerlei Verdauungsprobleme. Es sei denn es gibt zu viel Bindegewebe - als Kaustängchen oder Innereien.

Einen genauen Plan kann man gar nicht geben, da muss man immer individuell auf das Tier schauen. Wenn zum Beispiel eine Darmentzündung wie IBD vorliegt, ist eine Fütterung von Tischresten nicht so vorteilhaft, da hier die Rationen eher gleichbleibend sein sollten. Wenn man sich nicht sicher ist, macht es Sinn eine Ernährungsberatung zu buchen. Ich selbst rechne gerade wieder einmal in der Woche die Ernährung meiner Hunde durch. Dies ist dem momentanen Berg der Medikamente geschuldet. Aber auch den damit verbundenen Entzündungen und Belastungen. Ich muss im Moment auf das Vitamin K achten aber auch auf die Mineralien, denn diese könnten durch die Entwässerung und dem Kortison in Schieflage geraten. Hier sollte es also etwas mehr zugefügt werden und dieses darf aber auch nicht zu viel werden und auch auf das Verhältnis muss ich etwas achten. Da ist es schon sehr gut, dass man es kann und weiß worauf man achten muss. 

 

Was kann man noch unterstützend tun?

Bewegung! Bewegung ist bei alten Hunden das A und O. Es regt den Stoffwechsel an und ein kleinwenig wird das Gehirn angeregt, wenn es um die Verarbeitung von Gerüchen, zum Beispiel, dreht. Ich sage immer: wer rastet, der rostet. Es ist nicht immer einfach, einen alten Hund von Bewegung zu überzeugen. Aber ich versuche dann trotzdem eine kleine Runde zu schaffen. Dazu laufe ich dann gern mehr, wenn der Hund in einer Wanderstimmung ist. Dies sorgt auch immer etwas für Entspannung im Haus und weniger Wanderungen.

Dazu sollte man auf ausreichend Schlaf und Entspannung sorgen. Dies ist ebenso wichtig wie Bewegung. Nur wenn der Hund keinen Stress hat, kann er gut schlafen und zwar richtig schlafen. Gerade hier sollte man daher immer das Herz untersuchen lassen, denn wenn man nicht mehr genug Sauerstoff bekommt, ist eine wirklich tiefe Entspannung eher unwahrscheinlich. Hier ist es dann meist Erschöpfung und diese kann dann wieder in Unruhe ausarten. Routinen und Rituale sind hier sehr nützlich.

Massage findet mein Hund hier und da sehr gut. Sie lindern Schmerzen - welche bei einem  DLSS immer vorhanden sind - und aktivieren die Muskulatur. Verspannungen können aufgelöst werden. Dieses trägt zur Entspannung bei und hilft bei einer Bewegung.

Kinsiotapes helfen ebenso bei der Bewegung und Muskelproblematiken. Aber auch bei der Koordination und dem Bewusstsein zum eigenen Körper. Es kann Muskeln aktivieren, also auch beruhigen. Es kann Gliedmassen wieder bewusster machen und im Zweifel die schleifenden Pfoten schützen.

Barf ist zwar eine tolle Fütterung, wenn sie richtig gemacht wird. Allerdings halte ich persönlich dieses Konzept für einen Senioren mit einer höheren Belastung von Leber und Niere nicht gerade als Dauerfütterung geeignet. Allein durch den hohen Anteil der Bindegewebe durch Innereien und Pansen ist es bei der Verdauung sehr schwer. Die RFK (Knochen) enthalten viel Phosphor, was die Nieren belastet. Wenn ein Seniorhund keine Medikamente - oder nur sehr wenige - benötigt und gute Blutwerte von Leber und Niere hat, kann dieser natürlich auch weiterhin mit dem Barfkonzept ernährt werden, wenn es richtig gemacht wird.

Die Zähne und Krallen sollten mindestens einmal in der Woche kontrolliert werden. Wenn sich das Gangbild wandelt, werden die Krallen nicht mehr ordentlich abgenutzt oder falsch abgenutzt. Ich bin Fan von Krallen schleifen. Selbst benutze ich einen Dremel. Aber es gibt von viele Modelle welche direkt für Hundekrallen entwickelt wurden. Das Versorgen der Pfoten ist inzwischen bei uns kein Problem mehr, obwohl ich es versäumt hatte, den Hunden beizubringen. Bei den Zähnen sieht es schon wieder anders aus. Hier geht es zwar gar gut mit der EmmiPet. Allerdings reicht die geduldetet Länge nicht aus. So gibt es eine Mischung aus verschiedenen Nahrungsergänzungen und auch noch mal aktivem Putzen mit Fingerling. An die Zähne gehe ich täglich. Inzwischen sieht man auch (wieder) einen Erfolg, denn ich habe es eine Weile schleifen lassen. Ich kann wirklich nur dazu raten, dass putzen der Zähne so für wie möglich zu üben und dran zu bleiben, sonst bestrafte einen das Leben.

Alles in allem kann ich sagen, dass ein alter Hund wirklich eine Herausforderung auf allen Ebenen ist und es lohnt sich diesen Weg so lange zu gehen, wie es für den Hund zumutbar ist. Meist leiden die Menschen mehr, wie der Hund. Auch ich habe mich schon mehr als einmal gefragt, ob ich dem Hund damit einen Gefallen tue oder ob ich sein Leid verlängere. Meine Tierärztin ist da sehr ehrlich und sagt ganz klar: Es ist egal was andere sagen. Die haben immer alle gute Ratschläge und Meinungen, aber sie kennen das Tier nicht. Höre auf dein Bauchgefühl. Wenn es medizinisch nicht mehr vertretbar ist, werde ich es ansprechen. Aber bis dahin begleite ihn und höre auf die innere Stimme und nicht auf Menschen, die keine Beziehung und Bindung zu dem Hund habe. 

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