Blog - Wenn es im Bauch quatscht und knallt

 

Unruhe, Durchfälle und Erbrechen 

Unser Terrier Lennox leidet unter einer chronischen Gastritis. Er kam in einer sehr akuten Phase zu uns. Es hat lange gedauert, bis es ihm wieder richtig gut ging. Lange gab es Schonkost und immer wieder nur eine leicht verdauliche Diät.

Immer wieder, wenn es aufregende wurde, ging es ihm nicht gut. Koliken waren immer leicht zu erkennen. Er wurde unruhig, wollte immer raus und frass Grass. Hier aber immer sehr gezielt ein Kraut aus unserem Garten. Das sogenannte Klettkraut oder auch Labkraut. Er wusste scheinbar, dass es ihm gut tut, da es krampflösend ist. Oft gab es ein Buscopan und Nux Vomica. Dazu sehr viel Ruhe und gezielte - konditionierte - Entspannung. Futter haben wir ihm zwar angeboten, aber wenn er nicht fressen wollte, musste er nicht und wir warteten einfach ab.

Nur ein einziges Mal - in inzwischen mehr als 13 Jahren bei uns - mussten wir den Tierarzt aufsuchen. Da erbrach er blutig und hatte blutigen Durchfall. Ihm ging es gar nicht gut und das viel sogar Menschen auf, die sonst dafür keinen Blick hatten. Mich hatte es nicht geschockt, weil ich es mir fast gedacht hatte. Wir hatten eine läufige Hündin zu Besuch und es war wirklich eine sehr anstrengende Zeit. Eine Vergiftung konnte ich an der Stelle ausschließen, weil er nichts aufgenommen hatte.

Hier war dann ein Tierarztbesuch nötig. Auch dann wenn man wirklich viel Erfahrung hat und vieles abfangen kann. Dem Tierarzt stehen einfach schnellere Möglichkeiten zur Verfügung eine schnelle Erleichterung zu schaffen.

Feyd ist ein Kandidat für die saisonale Gastritis. Sie wird auch gern Schneegastrits genannt. Die Ursache steht schon im Namen. Schnee. Der Hund finden Schnee so klasse, dass er diesen frisst. Manchmal so schnell, dass man gar nicht dazwischen kommt. Allerdings tut ihm dieser "Kälteschock" im Magen nicht gut und es kommt sehr schnell retour. Allerdings lernt der Hund nicht daraus. Mit Pech kommt es dann so, dass gar nichts mehr im Magen bleibt. Auch im Sommer gibt es das Phänomen, wenn ein empfindliches Tier Eis zur Abkühlung bekommt. 

 

Was tun, wenn es den Hund erwischt hat?

Wenn man den Komplex schon kennt, kann man sicher selbst einschätzen, wann ein Besuch beim Tierarzt erforderlich ist. Erwischt es einen das erste mal, kann man sagen: Ruhe bewahren.

Ich persönlich rate immer dazu, den Tierarzt aufzusuchen, wenn es Blutbeimengungen gibt. Aber egal wie man sich entscheidet, der erste Schritt ist eine Nahrungskarenz von zwölf bis vierundzwanzig Stunden. Hier kommt es auf den Hund an. Ein sehr kleines und schmales Exemplar würde ich maximal 12 Stunden nichts zu geben.

Danach beginne ich mit der Morosuppe. Hier gibt es einen Esslöffel. Bleibt dieser die nächsten 10 Minuten drin, kann es zwei weitere geben. Der Grund liegt darin, dass der Magen nicht direkt überlastet wird. Bei einer Gastritis ist es nicht ungewöhnlich, dass es direkt wieder rauskommt. Dann war es noch zu früh für den Magen und man wartet noch einmal ab. Wenn es nicht mehr erbrochen wird, gibt man in kleinen Abständen immer etwas mehr, bis man eine kleine Menge im Napf vorhanden ist. Ich bleibe bei der Morosuppe mindestens einen Tag.

Als nächstes gehe ich zu einem Kartoffel - Möhren - Brei über. Das ist noch sehr schonend und wird nach der Suppe eigentlich ganz gut vertragen. Wenn dieser auch im Magen bleibt, geht es weiter mit einem Brei und einem mageren Fleisch. Hier kann es Kalb sein, aber auch Hühnchenburst ohne Haut, mageres Rind, mageres Schwein oder ein magerer Fisch. Wichtig ist das es gegart wird, da es dann leichter verdaulich ist.

Wenn alles gut vertragen wird, kann mit Ulmenrinde (als Magenschutz) langsam auf eine "normale" leicht verdauliche Ernährung umzustellen. Persönlich würde beim selberkochen noch eine ganze Weile bleiben. Als Alternative kann man ein Dosenfutter nutzen. Hier sollte man darauf achten, dass es einen moderaten Fleischanteil (mageres Fleisch) und wenig bis keine bindegewebshaltige Stoffen enthalten. Zu Bindegewebe gehören die Innereien und sind schwer verdaulich. Dieses belastet den Magen nur unnötig und das wäre kontraproduktiv.

Ein leicht verdauliche Kost kann mit Milchprodukten und Eiern - so vertragen - wunderbar ergänzen und erweitert werden. Es sind leicht verdauliche Proteine und liegen damit nicht schwer im Magen und entlasten dazu noch die Leber. Persönlich bevorzuge ich die Rationsviertelung. Das bedeutet jeweils ein Viertel Fleisch und Fisch, Milchprodukten, Getreide oder Getreideprodukte oder kohlenhydrathaltige Gemüsesorten und einfaches Gemüse mit etwas Obst.

So eignet sich zu Möhren Apfel sehr gut. Ein frischgeriebener Apfel enthält Pektine, die sehr gut in der Situation mit Durchfällen sind. Auch ein frischer Apfelsaft kann dann sehr gut in den Brei eingefügt werden. 

 

Was ist noch wichtig?

Es macht eventuell Sinn, einen sogenannten Darmfloracheck durchführen zu lassen. Nicht gerade selten ist bei einer Gastritis auch eine Dysbakterie vorhanden. Je Früher man diese erkennt, desto besser kann man dieser entgegenwirken und die Bakterien ausgleichen. Die Darmbakterien sollte man auch in ruhigen Phasen (oder auch generell) mitfüttern.

Dafür eigenen sich aktive Milchprodukte wie Kefir, Joghurt oder Frischkäse - am besten selbst gemacht - aber auch die sogenannten EM´s oder Produkte mit entsprechenden Bakterien. Da diese Bakterien auch gefüttert werden müssen, sollte man auch unverdauliche Ballaststoffe (gekochte und erkaltete Kartoffeln oder Nudeln, Haferflocken) bewusst in die Fütterung einsetzen.

Dann gibt es viele Kräuter die entzündungshemmend sind und durchaus gut in die Rationen integriert werden können. Hier muss man etwas schauen, was der Hund verträgt. Ich vertrage selbst zum Beispiel keine Kamille obwohl die toll wäre, dafür aber Fenchel. Nicht jedes Kraut ist aber für eine Gastritis geeignet. Krauterie zum Beispiel hat dort sehr gute Mischungen für sämtliche Probleme, die man einzeln für 4 - 8 Wochen zu füttern kann, danach sollte man pausieren oder wechseln. Eine "Stoffwechselkur" für Leber und Niere so ein- bis zweimal im Jahr kann auch nicht schaden.

Das allerwichtigste ist allerdings, dass man ein Stressmanagement betreibt und die Aufregung jeglicher Art dosiert und minimiert. Gemeinsame Entspannung sollte an allererster Stelle stehen. So haben alle Parteien etwas davon. Hier geschieht es sehr bewusst. Ich liege häufiger mal mit einem Hund auf dem Boden oder mit dem andere auf dem Sofa. Für den Terrier ist es Entspannung pur, wenn er bei uns mit im Bett schlafen darf. Danach waren seine akuten Phasen auch so selten bis faktisch nicht mehr vorhanden. Ich glaube die letzte Kolik hatten wir vor zwei oder drei Jahren. 

 

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