FutterPro der Kompaktkurs

Ich habe mich mal in die Maschinerie hineinziehen zu lassen. Der Tierarzt Dr. vet. Franz Spitzer hat dort eine Nische gefunden, in welcher er sich gut präsentiert.

Ich greife einfach mal das Fazit vorweg ...

Für mich persönlich ist dieser Kompaktkurs nichts. Ich habe die Geld - zurück – Garantie in Anspruch genommen, beziehungsweise den Kauf direkt widerrufen. 

Dies liegt nicht am Kurs generell. Sondern daran, dass ich für mich, in den 3 Videos die ich mir angeschaut habe, nichts Spannendes oder Neues herausziehen konnte. Für mich ist es Basiswissen, welches ich mir in der Ausbildung zum THP, zum Ernährungsberater und in den weiteren Fortbildungen oder eigenen Recherchen angeeignet habe.

Von dem Rationsrechner habe ich mir etwas mehr versprochen. Dieser ist für mich völlig ungeeignet. Ich persönlich möchte damit keine regelmäßigen Rationen für meine Tiere zusammenstellen. Im Grunde auch nicht für andere.

Fangen wir vorne an

Auf Facebook krabbelte mir immer wieder eine Werbung von FutterPro über den Bildschirm. Zum einen, weil ich vermutlich in die Zielgruppe passe und zum anderen, weil Menschen aus meiner Freundesliste diese Seite gelikt bzw. das Angebot in Anspruch genommen haben. Dies war allerdings schon im letzen Jahr. Ich hatte diesen Beitrag bereits auf meinen TesterBlog, welchen ich im Zuge der DSGVO geschlossen habe. Ich kann also nicht sagen, ob sich in der Zwischenzeit etwas verändert hat. 

Ich habe mir mal das Angebot angeschaut und mich zu einem kostenlose eMail – Kurs angemeldet. In diesem Zusammenhang dann zu einem kostenlosen Webinar. Beide Bereiche sind eher als Landingpage zu betrachten und sollen den User in den Kompaktkurs ziehen.

Im Webinar war die erste Hälfte noch mit Informationen gefüttert, die aber im Grundtenor die Aussage haben: Fertigfutter generell schlecht, Frischfutter generell gut. Hier möchte ich als Hundehalter nicht gesagt bekommen, dass alles falsch ist, was ich mache. Obwohl dieses ja ein guter Marketingtrick ist, denn wenn ich alles falsch mache, möchte ich wissen, wie ich es richtig machen kann und kaufe den Kurs.

Wenn man zum Beispiel, wie ich, sich nur den Rationsrechner anschauen möchte, muss man den kompletten Kurs kaufen. Das ist schon etwas unbefriedigend.

Der Kurs wird ebenfalls marketingtechnisch geschickt angepriesen. Zuerst wird einem gezeigt, was alles enthalten ist und was welches Modul – welche man ja nicht einzeln bekommt – wie viel wert ist. Danach wird es reduziert und wenn man dann direkt bucht, wird es noch einmal reduziert. Natürlich sind immer nur ganz wenige Plätze frei. Dies ist ein weiteres Lockmittel, dass man schnell zugreifen soll, damit man ja noch einen Platz ergattert. Mit diesen Methoden arbeiten viele Anbieter.

Aber Vorsicht: Es scheint scheinbar wichtig zu sein, mit welcher Adresse man sich anmeldet. Denn ist es nicht die Adresse, mit der man sich bei dem Webinar angemeldet hat, werden ganz spontan aus den angezeigte 147 Euro auf der Rechnung plötzlich 174 Euro. Auch das war für mich noch ein Grund für den Widerruf, denn rein technisch sollte es machbar sein, dass man erkennt, woher die Buchung stammt, also aus welchem Kanal.

Die Videos sind für den Laien anschaulich. eventuell ebenso für Menschen, welche sich gerade erst mit dem Thema Gesundheit und Ernährung beginnen zu beschäftigen. Diese Gruppe der Hundehalter kann dort sicherlich eine ganze Menge lernen. Wer sich jetzt schon länger intensiv mit dem Thema beschäftigt, wird dort nichts Neues finden.

Aufgebaut ist es so, dass es zuerst um die einzelnen Nährstoffklassen geht. Im weiteren Bereich um die Fertigfuttermittel und im dritten kommen die Erkrankungen dran. Hier geht es darum, wie die Ernährung auf die Erkrankungen Einfluss nehmen und dieses in beide Richtungen. Die Erkrankungen sind auf alle Bereiche gefächert, so dass für jedes Wehwehchen etwas zu finden ist.

Dann gibt es noch den Bounsteil.

Problematisch sehe ich in diesem Zusammenhang, dass der Hund immer mit dem Wolf verglichen wir. Diese beiden Tierarten sind zwar eng mit einander verbunden, allerdings hat sich die Verdauung und damit die Ernährung des Hundes evolutionär sehr verändert. Aus diesem Grund sollten man auf solche Wolf – Hund – Vergleiche eher verzichten.

Der Rationsrechner

Dieses war für mich der eigentliche Grund, mir diesen Kurs anzuschauen. Allerdings bin ich von diesem Rechner mehr als enttäuscht. Zwar scheinen auf den ersten Blick die Bedarfswerte des Hundes gedeckt zu sein. Auf den zweiten Blick sind sie dieses eher nicht.

Die Handhabung ist relativ einfach. Es muss nur das Alter, das Gewicht, die Aktivität, kastriert oder nicht, ob man Blut oder Schwein verfüttern möchte angegeben werden. Danach kann man wählen, ob man die Ration für einen Tag oder eine Woche erstellt haben möchte und fertig.

Allerdings liegt hier genau das Problem. Wählt man die 7 Tage Variante, dann wird eine Ration nur mal 7 genommen. Damit wird es nicht nur etwas eintönig, sondern auch schon wieder etwas problematisch in der gesamten Bilanz. Entsprechend empfiehlt es sich immer nur die Tagesration berechne zu lassen und diese dann für sich selbst zu kombinieren. Mir ist dort aufgefallen, dass in der Rotation der Rationen nicht die große Auswahl herrscht. Die Zusammensetzungen wiederholen sich schnell.

Ich persönlich hätte mir generell mehr Wahlmöglichkeiten gewünscht. Zum Beispiel, dass man sich die Fleischsorten entsprechend wählen kann oder die Gemüsesorten. Gerade in Hinblick auf Unverträglichkeiten bzw. Erkrankungen könnte dieses eine Rolle spielen. Ich versuche derzeit bei meinen Senioren, wegen der Gelenke, auf rotes Fleisch zu verzichten. Da ich dieses aber nicht auswählen kann, müsste ich mir einige Rationen anzeigen lassen, um mir das passende heraus zu picken. Ich kann nicht sagen, hier dieses Gemüse oder Obst bitte. Entsprechend steht in der Ration nur xx Gramm Gemüse. In einer Erläuterung erhalte ich dann Informationen darüber, welche Sorten ich verwenden kann. Da aber alle Sorten eine andere Nährstoffzusammensetzung haben, kann es schon von den Bedarfswerten abweichen. 

Für mich fände ich es spannend, wenn ich bei den Rationensberechnungen die Bedarfs- und Istwerte erkennen könnte. So dass ich einen entsprechenden Überblick habe, was ich als Zusatz füttern könnte oder was ich verändern kann, wenn mein Hund Probleme hat.

Hier könnte nachgebessert werden. Ich weiß wie viel Arbeit hinter so einem Programm steckt, besonders wenn man nicht gezielt auf Datenbanken – die einem TA eher und leichter zur Verfügung gestellt werden können als einem Laien – zugreifen kann. Ich muss mir für die Berechnung jedes einzelne Nahrungsmittelchen aus eine öffentlich zugänglichen Datenbank ziehen und die Werte speichern, um sie danach zusammen zu rechnen.

Der Kurs hat mich nicht überzeugt, weil mein Grundwissen für diesen schon zu groß und ausgeprägt ist.

Für einen Laien absolut empfehlenswert, wenn dieser es kompakt und ohne Suchen zur Verfügung gestellt haben möchte. Im Grunde kann man sich die Informationen im Internet an vielen Stellen zusammensuchen. Tierheilprakitker und Tierkliniken behandeln sehr viele dieser Themen in ihren Blogs. Wenn man mit dem Anmelden und dem Preis aufpasst, ist es vom Zeitaufwand, welchen man für die Erstellung der Videos und der Aufarbeitung der Informationen benötigt wird, um einen solchen Kurs zu erstellen, durchaus gerechtfertigt.

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