Zitate die mir immer wieder begegnen. Bei den Menschen untereinander ist es noch interessanter. Allerdings auch gruseliger, wenn man schaut, als was es verkauft wird.

„Ich füttere ohne Kohlenhydrate“

„Ich suche ein Futter, aber bitte komplett ohne Kohlenhydrate“

„Ich mache gerade eine Diät und ernähre mich ohne Kohlenhydrate. Gibt es dort auch etwas für meinen Hund?“

Ich kann dann immer nur Antworten:

"Eine Ernährung ohne Kohlenhydrate ist faktisch unmöglich." Hier gibt es im Grunde kein Wenn und Aber. Selbst Rinderblut, welches durchaus mal dem Futter zugesetzt wird, enthält – wenn auch auf 100g verschwindet gering – Kohlenhydrate.

Kann man sich wirklich komplett ohne Kohlenhydrate ernähren?

Möchte ich auf Kohlenhydrate verzichten, darf ich nur Fleisch und Fisch essen. Pur. Ohne Gewürze. Ohne Kräuter. Ohne Innereien und ausgeblutet. Nein Eier sind auch nicht erlaubt und Käse kommt darauf an. Auch keine Meerestiere wie Krabben oder Muscheln(1).

Aber ...

Ja es gibt ein aber. Denn wenn Fette verstoffwechselt werden, entsteht Azeton. Dieses wird in weiteren Schritten zu Glucose umgewandelt. Was ist Glucose? Richtig Kohlenhydrate. Das ist der Grund, warum eine Ernährung ohne Kohlenhydrate faktisch unmöglich ist.

Jetzt könnte man argumentieren: Ja aber deswegen kann ich mich dennoch frei von Kohlenhydraten ernähren. Dann greift die Aufzählung von oben wieder. Diese ist allerdings auf Dauer nicht gesund. Leber, Niere und Darm werden stark durch diese einseitige Ernährung belastet. Entsprechende Erkrankungen sind nicht auszuschließen.

Kommunikation ist alles

Kommen wir an dieser Stelle zu dem Kommunikationsproblem. Denn die meisten Menschen meinen mit einer kohlenhydratfreien Diät nicht den Verzicht auf selbige im Ganzen, sondern nur bestimmte Produkte. Hier ganz besonders Getreide zuzüglich dem, was daraus hergestellt wird. Eventuell noch stärkehaltige Produkte, wie zum Beispiel Kartoffeln. Dafür haben Obst und Gemüse weiterhin das Recht den Speisenplan bereichern. Ebenso sind Kräuter gern gesehen.

Eine entsprechende Low Crab – Diät ist für Hunde durchaus realisierbar. Allerdings denke ich persönlich, dass man nicht ganz auf Getreide verzichten muss. Hier würde ich auf glutenhaltige Produkte achten. Obwohl das auch schon wieder falsch ist, denn alle Getreidesorten enthalten Gluteline, auch die, welche als frei bezeichnet werden(2).

Ich mag Hafer und Kartoffeln als Quelle für Kohlenhydrate. Bei Gemüse bin ich dann ziemlich flexibel. Meine Hunde mögen Möhrchen am liebsten. Obst gibt es nur sehr selten in geringen Mengen. Wenn es Obst gibt, dann enzymreiches Obst.

Ein Miniausflug in die Nährstoffe ...

Für uns Menschen sollte sich die tägliche Kalorienmenge aus

10 – 15% Proteine

30 – 35% Fette

50 – 60% Kohlenhydrate

zusammensetzen. Für Hunde gibt es solche Werte nicht. Persönlich denke ich aber, dass es durchaus ähnlich sein könnte. Hier müsste man sich einmal hinsetzen und rechnen.

Für mich habe nur immer wieder festgestellt, dass Rations- und Futterbeurteilungen einen sehr hohen Fleischanteil bevorzugen. Ebenso werden hohe Rohproteine favorisiert. Dies wäre aber ein anderes Thema. Denn zu viel ist wie zu wenig durchaus nicht gesund. Bei Rationserstellungen wird gern die 80:20 oder 70:30 Formel zu Grunde gelegt. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass 50:50 ein durchaus besseres Verhältnis ergibt und eine ausgewogenere Balance in Nährstoffen, Mineralien sowie Vitaminen.

Im Fazit sei noch einmal erwähnt: Man kann nicht frei von Kohlenhydraten leben. Der Stoffwechsel bastelt sich diese durchaus selber. Dies ist für den Körper allerdings belastend. Man kann auf die Zuführung von Kohlenhydraten von außen durchaus verzichten. Wäre allerdings nicht unbedingt als gesunde und abwechslungsreiche Ernährung zu bezeichnen. Ein Verzicht auf Getreideprodukte oder stärkehaltige Gemüsesorten, macht keine Ernährung ohne Kohlenhydrate.

Bei allen Programmen, Diäten, Lebensweisen oder Futtermittelherstellern, die eine entsprechende Kommunikation betreiben, sollten man skeptisch sein und bleiben. Genauer hinschauen lohnt sich immer.

 

(1) Deutsches Ernährungsberatung- und Informationsnetz

(2) Urgeschmack zum Thema Gluten (Hafer und Gluten)

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